Die Ukrainerin Ludmilla Blonska ist des Dopings überführt worden. Nachdem in der A-Probe der Siebenkämpferin die anabole Substanz Methyltestosteron gefunden wurde, hat die B-Probe die Einahme des verbotenen Steroids bestätigt.
Blonska verliert jetzt ihre Silbermedaille und wird vorerst von den Olympischen Spielen in Peking ausgeschlossen. Die 33-Jährige ist Wiederholungstäterin. Ihr steht nun eine lebenslange Sperre bevor. Sie war schon zwischen 2003 und 2005 wegen Dopings von Wettkämpfen ausgeschlossen gewesen.
Durch den Ausschluss verpasst sie auch die Teilnahme am Weitsprung-Finale der Frauen am Freitag, in das sie - nach Silber im Siebenkampf - mit der drittbesten Qualifikations-Weite eingezogen war. Blonska ist der fünfte namentlich genannte Doping-Fall in Peking. Als Wiederholungsfall steht sie vor einer lebenslangen Sperre.
Ludmilla Blonska hatte im Siebenkampf mit 6700 Punkten Platz zwei hinter ihrer Teamkameradin Natalia Dobrynska belegt. Bestätigt sich der Fall mittels der B-Probe, würde Hyleas Fountain (USA) auf den zweiten Platz nachrücken. Bronze ginge dann an die Russin Tatjana Tschernowa (Russland). Die Deutsche Lilli Schwarzkopf würde auf Rang acht vorrutschen, Jennifer Oeser auf elf und Sonja Kesselschläger auf 16.
Ludmilla Blonska gilt schon lange als verdächtig. "Ich traue ihr nicht über den Weg", hatte Sonja Kesselschläger im Vorfeld der Pekinger Spiele gesagt. Bei der WM 2007 in Osaka hatte die Siebenkampf-Dritte Kelly Sotherton (Großbritannien) die Vize-Weltmeisterin angegriffen. Keine habe gegen sie antreten wollen: "Wir unterstützen keine Betrüger. Sie hat einmal betrogen - wer sagt, dass sie es nicht wieder tut?"
Blonska war von 2003 bis 2005 nach einem Positiv-Test auf anabole Steroide gesperrt worden. In Osaka fiel sie im vergangenen Jahr durch eine extrem raue Stimme und außergewöhnliche Steigerungen ihrer Bestmarken im Hoch- und Weitsprung sowie im Speerwurf und über 800 Meter auf. Blonska wird von Ehemann Sergej trainiert, einem früheren Zehnkämpfer.
Seit Beginn dieser Olympischen Spiele sind 4130 Dopingtests durchgeführt worden, 848 davon waren Bluttests. Insgesamt sollen in Peking 4500 Dopinganalysen vorgenommen werden, das würde einen Rekord in der Geschichte von Olympischen Spielen bedeuten.
In Peking wurden schon die spanische Radsportlerin Maria Isabel Moreno mit dem Blutdopingmittel EPO, der nordkoreanische Pistolenschütze und zweifache Medaillengewinner Kim Jong-Su mit dem Betablocker Propranolol und die vietnamesische Kunstturnerin Do Thi Ngan Thuong mit einem Diuretikum erwischt.
Am vergangenen Montag war darüber hinaus die Griechin Fani Halkia von den Spielen ausgeschlossen worden. Der Olympiasiegerin von 2004 über 400 Meter Hürden war das anabole Steroid Methyltrienol nachgewiesen worden.